Mein Fazit zur Teatox-Kur

14 Tage detoxen sind geschafft. Mein Fazit? Lest ihr hier:

Was ist es? „Skinny Detox“ ist eine 14 Tage Detox-Kur mit Tee. Alle Infos dazu habe ich hier zusammengefasst.

Was verspricht es? Die Macher von TEATOX werben mit folgenden Aussagen:

  • Anregung des Stoffwechsels
  • Fettverbrennung
  • Verringern des Hungergefühls
  • Entschlacken/Entgiften
  • Energiegewinn
  • Verbessere Verdauung
  • Verbessertes Hautbild
  • Regulierung der Blutzuckerwerte
  • Reduzierung des Völlegefühls
  • Entkrampfen
  • Verbesserung der Schlafqualität

Was kostet es? Die beiden Tees für die 14-Tage-Detox-Kur kosten 24,90 Euro. Für Tee ziemlich kostspielig.

Was bringt’s wirklich? Die Theorie klingt vielverprechend, doch in der Praxis sah es meist nicht so rosig aus: Ich fühlte mich meist schlapp, unterzuckert und mies gelaunt. Besonders zur Halbzeit neigte sich mein Gute-Laune-Pegel gen „Miesepeter“ . Es wurde mit der Zeit ein wenig besser, da das Ende der Kur in greifbare Nähe rückte. Vielleicht waren es auch Entzugserscheinungen vom Zucker, dass würde ich nicht grundlegend ausschließen. Meine Verdauung war völlig in Ordnung und mein Bauch wirkte gerade am Morgen schön schlank und nicht aufgebläht. Hunger hatte ich in den ersten paar Tage der Kur nicht, da ich mein Essen gut durchgeplant hatte. Das wird einem aber irgendwann schon lästig und so vergisst man auch mal für die anstehende Mittagspause vorzukochen. In solchen Notsituationen gab es meistens ein Tässchen Brühe. Nicht sonderlich befriedigend. Außerdem: Detoxen macht einsam. Kaum jemand wollte mit mir die Mittagspause verbringen, da man mit mir ja nicht überall hingehen konnte. So aß ich meist mein vorgekochtes Essen am Arbeitsplatz und wenn ich doch mal mit Kollegen essen ging, blieb für mich meist nur Salat. Stichwort: Fressneid.

Wissenschaftliche Bewertung: Zum Thema Detox konnte ich bei meiner Recherche allerhand finden. Spiegel Online bringt es mit dem Artikel, mit dem überaus amüsanten Titel „Trend Detox: Der Mythos von der bösen Schlacke“ auf den Punkt. Der Experte im Interview – Stephan Bischoff, Ernährungsmediziner an der Universität Hohenheim – sagt: „Die Detox-Tipps einzeln für sich genommen sind nicht per se schlecht, aber tatsächlich werden hier Halbwahrheiten zusammengerührt und mit haarsträubenden Begründungen zu einem Konzept erhoben, das keiner wissenschaftlichen Überprüfung stand halten würde.“ Sprich: Die Detox-Produkte, die gerade den Markt überschwemmen, bringen rein gar nichts. Die gemeinnützige Stiftung „Sense About Science“ testete zudem 15 Detox-Produkte, wie Tee oder Wasser und kam immer zu dem gleichen Ergebnis: Detox-Produkte sind absolut wirkungslos. Und dazu noch Geldverschwendung, denn wie die Teatox-Tees schon zeigen, sind die „Wundermittel“ nicht gerade billig. Und es geht noch teurer: Detox Hamburg bietet Detox-Komplett-Pakete an. Es gibt unter anderem die 1 Tages Detox-Kur (Food), bestehend aus einem Ingwer-Wasser, einem Frühstück bestehend aus Obst, Sojajoghurt, Nüssen etc., einem Frucht Smoothie, einer vegane Suppe und einer Hauptmahlzeit. Kostenpunkt: schlappe 41 Euro!!! Die 14 Tage-Kur kostet übrigens – Achtung, festhalten – 462 Euro. Kein Scherz.

Zusätzlich zur Internet-Recherche habe ich auch selbst noch nachgefragt – und zwar bei Annette Sabersky, Ernährungswissenschaftlerin, Journalistin und Food-Testerin (www.bio-food-tester.de). Ihre Meinung zum Thema Detox? Lest selbst: „Ich bin zwar keine ausgewiesene Detox-Expertin, habe aber meine Zweifel. Denn selbst wenn bestimmte Stoffe entgiftend wirken, weil das mal in einem Zelltest oder ähnlichem nachgewiesen wurde, heißt das noch lange nicht, dass es auch mit Lebensmitteln funktioniert. Die Mengen an „Detox-Substanzen“ darin sind ja viel geringer. Auch die Herkunft des jeweiligen Lebensmittels spielt eine Rolle: Der Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen, die ja auch Detox-Wirkungen haben, unterscheiden sich nämlich von Region zu Region. Also ein Apfel aus dem Alten Land hat einen anderen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen als einer aus Neuseeland. Entsprechend unterschiedlich ist die Wirkung – und das Ergebnis völlig offen. Ich glaube auch, dass diese Detox-Säfte etc. reine Geldschneiderei sind. Die Smoothies und Säfte die dort angeboten werden, kann man sich auch ganz einfach zu Hause selber machen. Mein Tipp: gleich gesund essen. Am besten Bio, weil‘s weniger belastet ist mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln. Und weil die Produkte weniger Zusatzstoffe haben.“

Danke Anette für deine offenen Worte. Ich sehe das ganz ähnlich. Ich war ja bereits am Anfang der Kur skeptisch und bin es jetzt mehr denn je. Der Detox-Ansatz, also sich bewusster zu ernähren, nicht wahllos jedes Fertigprodukt in sich reinzuschaufeln und öfter mal auf Industriezucker zu verzichten, ist eine durchaus gute Idee. Ich habe in der Zeit auch mehr und bewusster getrunken, aber ob ich jetzt einen guten Kräutertee aufgieße und Teatow-Tee macht glaube ich keinen Unterschied. Das Geld für spezielle Detox-Produkte kann man sich wirklich sparen.

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