Marley Spoon im Test

WAS IST MARLEY SPOON? Bei Marley Spoon gibt es – wie auch bei Kochhaus – nicht „DIE“ klassischen Kochboxen zu kaufen. Hier bestellt man nach Rezept und stellt sich so eine individuelle Box zusammen.

REZEPTE VON MARLEY SPOON: Die Gerichte bei Marley Spoon wechseln wöchentlich. Jede Woche gibt es daher 7 neue Gerichte. Die Gerichte kosten pro Portion stolze 9,50 € pro Portion – egal wie viele Portionen man bestellt, es gibt also keinen „Mengenrabatt“. Bei der ersten Bestellung schließt man automatische eine „Flexible Mitgliedschaft“ ab, also eine Art Abo, das aber jederzeit ausgesetzt oder gekündigt werden kann: Man bekommt nun wöchentlich 4 Portionen (oder mehr) an 2 wählbaren Tagen in der Woche geliefert. Eine Mail mit den neuen Rezepten der Woche wird vorab verschickt, so dass man wählen kann, was man dieses mal möchte. Der Versand ist völlig kostenfrei. Auf die Frage nach den Liefergebieten heißt es in den FAQs von Marley Spoon: „Wir liefern deutschlandweit. Auch in kleine Minidörfer. Wir finden dich schon.“ Wie süß 🙂

TOP: Allergiker sehen bei der Auswahl der Rezepte auf den ersten Blick, ob das Gericht z.B. laktose – oder glutenfrei ist, ob Nüsse enthalten sind etc. Auch die nötigen Basiszutaten und Küchengeräte, die man im Haus haben sollte, werden direkt auf der Rezept-Seite aufgelistet.

MS_Coolwool

Woolcool

Der Umwelt zuliebe liefert Marley Spoon erst ab 4 Portionen. Man kann also 2 Gerichte à 2 Portionen oder 1 Gericht à 4 Portionen bestellen, woraus sich ein inoffizieller (offiziell gibt es keinen …) Mindestbestellwert von 38 € ergibt. Mhh, also ist dieses „der Umwelt zur Liebe“ nur ’ne Masche, um möglichst viel einzunehmen? Wir würden sagen NEIN, denn Marley Spoon setzt wirklich auf Nachhaltigkeit – vor allem bei den Verpackungsmaterialen. Hier kommen z.B. wiederverwertbare Kühlpads und regenerative Schafswolle „Woolcool“ als Kälte-Dämmung zum Einsatz. Schalwolle, ja richtig gelesen 🙂 Wenn man die Nase gaaaaanz tief in die Woolcool steckt, kann man die Herkunft auch noch erschnüffeln 🙂 Aber das ist nicht schlimm wie manche jetzt vielleicht denken und „färbt“ nicht auf die Lebensmittel ab. Marley Spoon bietet sogar an, dass man das Material kostenfrei zurückschicken kann, damit sie es recyclen. Echt cool!

Passend zu den Rezepten gibt es auch hier hübsch aufbereitete Rezeptkarten im A4-Format mitgeliefert, die Schritt für Schritt erklären, wie man das Gericht kocht. Plus: Wer Probleme beim Kochen hat, kann sich an die angegebene Marley Spoon „Koch-Hotline“ wenden, super Idee wie wir finden.

Marley Spoon im Test

Marley Spoon im Test

ZUTATEN, ZUBEREITUNG & GESCHMACK:

Marley Spoon setzt bei der Auswahl seiner Lieferanten sehr auf artgerechte Tierhaltung, ökologischen Anbau etc. Das bedeutet jetzt aber nicht unbedingt, dass die Produkte bio sind. Die Herkunft der Zutaten ist laut Marley Spoon transparent gekennzeichnet. Bei dem Gemüse konnte ich jetzt nicht erkennen, woher es stammt. Bei unverpackten Zutaten wie Zitrone, Zwiebel & Co. ist das ja auch nicht möglich, aber auch auf dem Pak Choi, der einzeln verpackt war, gab es keinen Hinweis. Unser Schweinefilet war vom Eichenhof, einer Erzeugergemeinschaft von 500 Bauern aus dem Osnabrücker Land. So was finden wir toll, Erzeugergemeinschaften sollten unterstützt werden. Unser Hühnchen war mit den Verweisen „Paderborner Land“ und „Kikok-Qualität“ gekennzeichnet, auf dem Parmaschinken stand nur „Parmaschinken“.  Daher fragte ich deswegen bei Marley Spoon nach. Der Parmaschinken kam aus Parma und war 24 Monate gereift. Hinter Kikok-Qualität verbirgt sich folgendes: Kikok-Hähnchen sind Maishähnchen, die zwar nicht Bio-zertifiziert sind, aber artgerecht gehalten und gefüttert werden. Auf der Homepage heißt es dazu: „Ein traditionell mit Getreide gefüttertes Hähnchen, das mehr Zeit zum Wachsen hat und dadurch den typischen Hähnchengeschmack entwickeln kann. Eben ein Hähnchen, das „wie früher schmeckt“. Alle Zutaten wirken qualitativ sehr hochwertig und frisch.

Test-Essen 1: Knusprig gebackenes Huhn mit Pak Choi und Curry-Erdnussreis

Knusprig gebackenes Huhn mit Pak Choi und Curry-Erdnussreis

Knusprig gebackenes Huhn mit Pak Choi und Curry-Erdnussreis

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Zutaten

Boahhhhhhhhhh, was soll ich sagen, außer: Das Hähnchen war ein Traum. Das schmeckte wirklich noch nach Hühnchen, ohne Quatsch. Einfach hammer. Es wurde mit Maismehl (Polenta) paniert und dann in Rapsöl ausgebacken. Es wurde nur angegeben „…für einige Minuten ausbacken“. Die Angabe fand ich ein wenig „wenig“, denn bei Hühnchenfleisch möchte man ja auch sicher sein, dass es durch ist – daher wusste ich nicht recht, wie lange genau ich es denn frittieren soll. Ich glaube es waren im Endeffekt 5 Minuten, danach zum Warmhalten noch kurz in den Ofen. Und es war perfekt: alles durch, super knusprige – überhaupt nicht fettige Panade – und super saftiges Fleisch. Beim Reis habe ich noch ein wenig mit Butter und Wasser nachgeholfen, da er mir sonst zu trocken gewesen wäre. Der Pak Choi wurde durch die Sojasauce sehr dominant im Geschmack, aber die Kombi Butter und Sojasauce war lecker. Viel hätte ich davon aber nicht essen können, dafür war es zu massiv. Insgesamt ein wirklich sauuuuleckeres Rezept, welches ich mit kleinen Abwandlungen jederzeit wieder nachkochen würde.

Test-Essen 2: Italienisches Saltimbocca mit Zitronenrisotto und Gewürzzucchini

Italienisches Saltimbocca

Zutaten

Italienisches Saltimbocca mit Zitronenrisotto und Gewürzzucchini

Italienisches Saltimbocca mit Zitronenrisotto und Gewürzzucchini

Die Zubereitung der Filets im Schinkenmantel war einfach und gut beschrieben, auch das Anbraten, kein Problem. Ich kann mir aber vorstellen, dass die gleichzeitige Zubereitung von Filet und  Risotto für Kochanfänger ein wenig too much ist, da das Risotto viel Aufmerksamkeit braucht und immer wieder Brühe hinzugegeben und verrührt werden musste. Ich war Profi genug 🙂 um alles einigermaßen warm auf die Teller zu bekommen, anspruchsvoll war es aber schon. Die Zucchini wurde mit Ras el Hanout getunt, was wirklich köstlich war und insgesamt super  mit dem gesamten Essen harmonierte. Das Filet war zart und der Parmaschinken-Mantel knusprig, echt gut gelungenes Rezept.

FAZIT: Klasse Rezepte mit Liebe zum Detail. Augefallene Ideen, leichte Anleitung, gute Qualität der Zutaten – wir sind echt begeistert. Einziges kleines Manko: Der Preis von 9,50€ pro Portion tut schon ein wenig weh. Klar, im Restaurant würde man mehr bezahlen – aber da übernimmt ja einer zusätzlich das Kochen (und Abwaschen) :). Die Portionen waren zudem nicht riesig. Ich habe mir meiner Nachbarin gegessen und wir wurde beide satt. Hätte ich mit meinem Freund gekocht, hätte ich von der Portionsgröße entweder zurückstecken müssen oder er wäre am Ende noch hungrig gewesen. Ansonsten wie gesagt: absolut empfehlenswert!

Kathleen

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