Unsere Schlemmertüte im Test

Kochbox-Test die Vierte:

WAS IST „UNSERE SCHLEMMERTÜTE“?

„Unsere Schlemmertüte“ ist eine Kochbox, die es im Prinzip nur in einer Variation gibt. Jeder bekommt die gleiche Tüte mit jeweils 3 Rezepten, lediglich die Portionsgrößen unterscheiden sich. Falls ich mich bei der Berechnung der durchschnittlichen Portionsgrößen bzw. der Preis pro Portion verrechnet haben sollte, SORRY 🙂 Ich bin kein Mathe-Ass, but I try… So here we go:

Typ für … Personen Preis pro
Woche
Preis pro
Rezept
Portion
im Durchschnitt
Klein 2 bis 3 49 € 16,30 € 6,79 €
Klassik 4 bis 5 64 € 21,30 € 4,78 €
Groß 6 bis 7 87 € 29 € 4,47 €

Günstig, top!

REZEPTE VON „UNSERE SCHLEMMERTÜTE“:
Bei „unsere Schlemmertüte“ wechseln die Gerichte wöchentlich. Auswählen kann man nichts, sicher ist nur, dass es wohl immer 1 Veggie-Gericht in der Tüte hat und alle 2 Wochen frischen Fisch. Die Gerichte sind nach folgenden Kriterien ausgelegt: lecker, gesund und abwechslungsreich. Die ganze Familie soll hier auf seine Kosten kommen. Leider kann man auch hier als Allergiker & Co. nicht sicher sein, dass nicht doch was unverträgliches in der Tüte ist. Aber „unsere Schlemmertüte“ weist auf der Homepage darauf hin, dass es sich bei den Bestellung nicht um ein Abo handelt. Man kann sein Konto jederzeit „einfrieren“, kündigen oder einzelne Lieferungen aussetzen. Also wenn man vorab die Rezeptankündigungen der nächsten Wochen bekommt, kann man einfach einsetzen.

Die Lieferungen kommen je nach Wohnort am Mo, Di oder Mi von 17 bis 22 Uhr in einer Mehrweg-Thermobox, die man auch wieder zurückschicken MUSS (kostenfrei natürlich), denn wer seine Box innerhalb einer bestimmten Frist nicht zurückschickt, muss eine Art Strafe zahlen. In bestimmten Großstädten erfolgt die Bestellung per Kurier, bei dem man die Uhrzeit der Zustellung individuell bestimmen kann. Top!

NEU AB APRIL 2015: Am 1. April gibt es bei „Unsere Schlemmertüte“ nicht nur einen Relaunch der Website, sondern auch eine Erweiterung der Kochboxen. Nach meinem aktuellen Infos gibt es dann jede Woche zwischen 5 bis 8 Gerichte, aus denen man sich als Kunde seine Lieblings-Gerichte für die Woche auswählen kann. Cool! Auch die Personenanzahl kann dann variiert werden und ist nicht mehr fix. Plus: Auch Do werden dann Lieferungen stattfinden. Das ist wirklich die Kochbox mit den meisten Liefertagen bis dato.

Unsere Schlemmertüte im Test

Unsere Schlemmertüte im Test

ZUTATEN, ZUBEREITUNG & GESCHMACK:
„Unsere Schlemmertüte“ garantiert, dass mindesten 30 Prozent der Zutaten in einer Tüte Bio sind. Das ist auf jeden Fall positiv hervorzuheben. Sie waren bis dato die einzige Kochbox, bei denen auf den Rezeptkarten nochmal gekennzeichnet wurde, welche Zutaten Bio sind – praktisch, denn einer Karotte sieht man ja nun nicht unbedingt an, woher sie stammt. In dieser Schlemmertüte gab es folgende Bio-Zutaten: Ziegenkäse, 4 Zwiebeln, 1 Orange, 1 Lauch, 2 Karotten, Sojasprossen. zum Thema Fisch und Fleisch heißt es bei unserer Schlemmertüte: „Besonders bei Fisch und Fleisch verwenden wir vorrangig Produkte, die für eine nachhaltige Erzeugung zertifiziert sind. So achten wir z.B. beim Fischeinkauf auf das MSC-Siegel, eine Zertifizierung auf nachhaltige Fischerei. Zudem wählen wir nur grün markierte Arten und Fanggebiete auf der Fischratgeberliste des WWF und tragen damit zum aktiven Meeresschutz bei.“ Super Sache. Auf meinem Skrei-Filet war allerdings nichts dergleichen zu sehen, ein MSC-Siegel oder ein Hinweis darauf, hätte es ja schon getan. Es war lediglich das Fanggebiet genannt. Wer Skrei nicht kennt (ich kannte ihn auch nicht :): das ist der sogenannte Winterkabeljau, der nur von Januar bis März Saison hat und nur so genannt werden darf, wenn er vor den norwegischen Lofoten gefangen wurde. Auf dem Hähnchen war die Veterinärkontrollnummer BY20170 vermerkt und da ich ja großer Markendetektiv bin, wurde hier direkt mal nachgeschaut, wo das Huhn geschlachtet und verpackt wurde, denn auch diese Angabe wurde auf der Verpackung nicht gemacht: dahinter steckt die Fleischwaren und Feinkost H.Buttinger GmbH aus Bayern.

Die Kühlware kam in einer Kühltasche mit Kühlaku. Die restlichen Zutaten waren alle zusammen in der großen „Schlemmertüte“. Ich hatte echt Probleme, die schwere Tüte nach Hause an den Herd zu bugsieren 🙂 (hatte es mir auf die Arbeit bestellt…). Die Zutaten waren allesamt super frisch, die Kräuter waren super verpackt in einer aufgeblasenen Plastiktüte, so dass sie nicht zerdrückt werden konnten. Alles andere lag entweder lose oder in umweltfreundlicher Pappverpackungen (kleinen Boxen oder Tütchen) in der Box. Die Rezeptkarten waren wie bei allen anderen Anbietern auch sehr hübsch aufbereitet und mit einer guten Schritt für Schritt-Anleitung versehen. Man brauchte hier bei der Schlemmertüte nur sehr wenige Basiszutaten, was ich gut fand. Ich brauchte nur: Zucker, Weißweinessig, Öl und altbackene Brötchen für die Champignonfüllung.
PLUS: Auf den Rezeptkarten gab es eine Empfehlung, bis wann man das Rezept zubereitet haben sollte. Das gab es bei den anderen nicht, dass fand ich top. Denn auf einen Schlag kriegst du frischen Fisch, frisches Fleisch und Champignons geliefert und weißt nicht recht, was nun am schnellsten „weg“ muss, damit es nicht gammelt. Hier die Reihenfolge: Fisch, Fleisch, Pilze. Die Pilze waren am dritten Tag auch froh, endlich an der Reihe zu sein, viel länger hätten sie es glaube ich nicht ausgehalten :). Und nun lasset due Testessen beginnen…

Testessen 1: Gefüllte Riesenchampignons mit Bio-Ziegenkäse gratiniert

Gefüllte Riesenchampignons

Gefüllte Riesenchampignons

Es gibt zwar keine rein vegetarische Schlemmertüte, aber in jeder Tüte ist jeweils ein Veggie-Gericht: Tataaa, hier isses – gefüllte Riesenchampignons. Naja, eigentlich ist das Gericht eher pescetarisch, denn in der Füllung verstecken sich noch ein paar Sardellenfilets. Die habe ich allerdings weggelassen, ich mag keine Sardellen und dann hätte ich das ganze gar nicht essen können….Der Champignon auf dem Bild zählt jetzt zwar nicht zur Kategorie „riesig“, aber ich kann euch garantieren, dass es durchaus den ein oder anderen wirklich riiiiesigen Champignon in der Tüte gab. Gefüllt werden die Pilze mit zerhackten Pilzstielen, Brötchen, Öl und Kräutern (plus theoretisch Sardellen). Oben drauf gibt es dann ein paar Streifen Ziegen-Butter-Käse. Darunter seht ihr eine Art Tomaten-Sugo, aus Tomaten (keine „normalen“, sondern eine ganz bestimmte Sorte, keine Ahnung allerdings welche….:D) Zwiebeln und Knobi bestand. Einfach aber lecker, die Tomaten hatten einen tollen Eigengeschmack. Der grünen Spitzpaprika fand ich in der Zubereitung ziemlich nervig, die wurden nämlich nur kurz im Ofen mitgebacken und dann von der Haut befreit. Sorry, aber heißen Paprikas (ist DAS wirklich der Plural von Paprika???) die Haut abziehen, macht echt keinen Spaß, hab mir ständig die Pfoten verbrannt :). Insgesamt ein sehr leckeres, stimmiges Gericht, das ich jederzeit wieder nachkochen würde. Den Käse würde ich vielleicht mal variieren, denn von dem leckeren Ziegenkäse hat man leider kaum was geschmeckt, da er ziemich neutral im Geschmack war.

Testessen 2: Skreifilet im Speckmantel auf Balsamico-Berglinsen mit feurigem Mango-Chutney

 Skreifilet im Speckmantel

Skreifilet im Speckmantel

Fisch im Speckmantel? Muss das wirklich sein? Nein. Mir hätte das Skreifilet ohne Bacon definitiv besser geschmeckt, denn durch den Speckmantel hat man vom feinem Geschmack des Fischfilets (dringend mal probieren!) kaum etwas schmecken können. Schwierig fand ich auch, dass man wirklich ein moooooordsgroßes Filet geschickt bekommen hat, was man erstmal auseinandernehmen musste. Zum Teil waren auch noch riiiiiiiiiiesengroße Gräten enthalten und ich hatte nicht die Gerätschaften, die aus dem Fisch zu bekommen. Mit der Hand ging es nicht und ich wollte da nun wirklich nicht mit meiner Augenbrauenpinzette ran 🙂 Iiirrghhhh 😀 Daher musste ich ein Stück wegschneiden, schade. Die Zubereitung gelang sonst aber ganz leicht. Auch mit den Linsen musste man nicht viel anstellen, mit Gemüse aufkochen und mit Balsamico verfeinern. Ich mag Linsen echt super gern, aber die haben mich geschmacklich jetzt leider nicht umgehauen. Was meiner Meinung nach hier völlig in die Hose gegangen ist, war das Mango-Chutney. Die Mango hätte ich am liebsten pur verputzt, sie war super lecker und vollreif. Schade das ich es nicht gemacht habe. Denn zu der einst leckeren Mango gesellten sich im Topf sage und schreibe 3 dicke fette Knoblauchzehen und 1 Zwiebel. Sorry, ok, 1 Zehe Knobi wäre vielleicht  noch erträglich gewesen, aber 3??? Ich ahnte schon, dass das ziemlich heftig werden würde. Und das war es auch 😀 Pur bekam ich das Chutney echt kaum runter, der totale Knobi-Overkill 🙂 Dabei liebe ich Knoblauch. Zusammen mit den Linsen und dem Fisch neutralisierte sich der Knobi dann ganz gut, aber die ganze Portion habe ich nicht geschafft. Das Rezept war zwar durchaus kreativ und viele hätte es sicher auch umgehauen, mein Geschmack traf es nur leider nicht. Aber: Es gab hier viele Bio-Zutaten – Karotte, Zwiebeln, Orange und Lauch waren Bio-Qualität!

Testessen 3: Asiatische pikante Brühe mit Chili-Hühnchen und Reisnudeln

Asiatische pikante Brühe

Asiatische pikante Brühe

Dieses Rezept lediglich als „Brühe“ zu bezeichnen ist reichlich untertrieben. Es ist vielmehr eine asiatische Nudelsuppe mit mariniertem Hühnchen. Die Zubereitung war super easy und dauerte nur rund 20-25 Minuten. Die Hühnerbrust musste lediglich geschnitten, in der bereits fertigen Chili-Marinade eingelegt und angebraten werden. Die Brühe selbst bestand eigentlich nur aus Geflügelfond, Shao-Hsing, Wasser und ein paar Gewürzen. Das kriegen auch blutige Anfänger leicht nachgekocht. Beim Abschmecken der Brühe dachte ich erst, irrrgghh nicht meins, aber in Kombi mit dem Huhn und den Nudeln harmonierte alles wirklich super. Lecker Süppchen, dass ich bestimmt auch in Zukunft mal nachkochen werde. Top!

FAZIT:
Tolle, günstige Rezepte mit Pfiff – und manchmal ein wenig zu viel Knobi 🙂 Sorry, liebe Schlemmertüte. Ob das Skreifilet im Speckmantel unbedingt „familientauglich“ ist, wage ich ein wenig zu bezweifeln. Kann mir vorstellen, dass manche Kinder sich hier verweigern würden. Toll fande ich wie gesagt auch, dass es eine Reihenfolge bzw. eine Empfehlung vorgeben wurde, bis wann man welches Rezept/ die Zutaten verbraucht haben sollte. Außerdem sind die 30% Bio-Anteil hervorzuheben und die umweltschonende Verpackung und die wiederverwendbare Thermobox. Gutes Konzept! Wie ich gehört habe, wird das Angebot der Tüten im April 2015 erweitert werden, ich bin gespannt.

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