Quorn-Produkte im Test

Heute sind wir wieder im Auftrag des (hoffentlich) guten Geschmacks unterwegs und testen für euch zwei verschiedene Quorn-Produkte: Rostbratwürstchen und Hack.

Aber was ist „Quorn“ überhaupt?
Quorn zählt wie zum Beispiel Tofu (Soja) oder Seitan zu den vegetarischen Fleischersatzprodukten. Wobei Quorn nur der patentierte Handelsname ist, denn bei Quorn handelt es sich eigentlich um ein sogenanntes „Mykoprotein“. Dieses Mykoprotein – also ein „Pilz-Eiweiß“ – wird mittels eines speziellen Fermentierungsverfahrens (Gärung) hergestellt, ähnlich wie bei der Fermentierung von Hefe im Brot. Quorn ist eine super Quelle für pflanzliches Eiweiß, für Veganer allerdings nicht geeignet, da in den Produkten Spuren von Ei und Milchprodukten nicht ausgeschlossen werden können. Quorn ist allerdings cholesterinfrei.

Quorn als Rohprodukt soll anders als andere Fleischersatzprodukte keinen Eigen- bzw. Nachgeschmack haben. Testen lässt sich das nicht, weil Quorn in den Produkten ja nur eine von (zum Teil vielen anderen) Zutaten ist. Hier ein Auszug aus der Zutatenliste der Quorn-Rostbratwürstchen:

Wurst

Nebenbei kann man auch gleich einen Blick auf die Nährwertinformation werfen. 187 kcal pro 100 g Bratwurst sind wirklich nicht viel, der Fettgehalt ist im Vergleich zu fleischhaltigen Würstchen fast nur halb so hoch und beim Eiweißgehalt können die Quorn-Würste locker mit dem „Original“ mithalten. Ballaststoffe finden sich bei normalen Würstchen eigentlich nicht, daher ein Pluspunkt für Quorn. Minuspunkt: Normale Würstchen haben eigentlich keine Kohlenhydrate, Quorn-Würste sogar 6,3 g pro 100 g. Und bei der Zutatenliste hört’s mit den Zugeständnissen dann auch endgültig auf: Im „normalen Leben“ würde ich von Produkten mit solch einer langen Zutatenliste einfach die Finger lassen. Zumal finden wir hier Hefe- und Malzextrakt – beides Zutaten, die Geschmack und Farbe pushen sollen – im Prinzip aber völlig überflüssig sind.

Quorn-Würstchen

Beim getesteten Quorn-Hackfleisch ist die Liste nicht ganz so lang und Quorn macht einen Bestandteil von 95% aus (nicht wie bei den Würstchen, wo es nur lausige 32% sind). Dennoch finden sich auch hier Aromastoffe und Malzextrakte:

Quorn-Produkte im Test

Zutaten Quorn-Hackfleisch:
Mykoprotein (95%), natürliche Aromastoffe, Trockeneiweiß von Eiern aus Freilandhaltung, Festigungsmittel: Calciumchlorid, Calciumacetat; glutenfreies geröstetes Gerstenmalzextrakt, natürlicher Karamellzucker, Kartoffelprotein.
Im Gegensatz zu Rinderhack (200 kcal, 20 g Eiweiß, 0 g Kohlenhydrate, 14 g Fett) hat Quorn-Hack nur 97 kcal, 13 g Eiweiß, wieder einmal völlig unnötige 5,5 g Kohlenhydrate, aber nur 1,5 g Fett.

Wie schmecken Quorn-Produkte? 
Aus dem habe ich mir eine einfache Bolognese-Sauce mit Pasta gemacht. Ich wollte keine großen Experimente wagen, da ich irgendwie die Vorahnung hatte, dass es mir nicht schmecken wird und dann die ganze Arbeit in der Küche umsonst war. Man musste im Prinzip nur kurz das Hack mit Zwiebeln anbraten und die Sauce bereiten, völlig easy. Und der Geschmack? Okay. Meine Sauce war natürlich der Knaller :), das Hack hat man eigentlich nicht rausgeschmeckt. Die Konsistenz hingegen erinnerte mich an tiefgekühltes Hack, was – wie ich finde – immer ein wenig mürbe und matschig ist. Oder wie das Hack was man in Ravioli aus der Dose in Bolognese-Sauce findet (nicht das ich das ständig essen würde :D).

Quorn-Hack im Test

Die Quorn-Rostbratwürstchen habe ich in der Pfanne zubereitet. Und was soll ich sagen? Auch die haben mich geschmacklich jetzt nicht umgehauen (aber hey, ich war auch schon voreingenommen aufgrund der Zutatenliste…). Im Gegensatz zu vielen Tofu-Würstchen, wo mich schon allein der Geruch würgen lässt, waren die Quorn-Würste aber ziemlich neutral in Geschmack und Geruch. Die Haut wurde ziemlich kross, innen war die Wurst von der Konsistenz her  angenehm und nicht zu weich. Leider sah die Wurst angeschnitten wirklich nicht lecker aus, eher wie derbe Käsekrainer oder ähnliches – was ich persönlich halt nicht ansprechend fand.

Quorn_Wurst_2Fazit: Kling hart, aber hey – das braucht im Prinzip wirklich kein Mensch. Fleischersatzprodukte gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, und Quorn kann sich geschmacklich zu anderen kaum differenzieren (und ich weiß wovon ich rede, denn ich habe schon viiiiiele davon gegessen – überzeugt euch selbst im Geschmacks-Test, den ich mal für WomensHealth.de gemacht hab). Zumal die Produkte nicht mal vegan sind. Ich mein, mich juckt das nicht, ich esse Fisch & Fleisch – aber der Markt für vegane Ersatzprodukte boomt und ich frage mich wirklich, warum der Hersteller sich das entgehen lässt (zumal es wohl in den USA durchaus vegane Quorn-Produkte gibt). Der Oberschocker war für mich außerdem die Zutatenliste der Bratwürstchen. Bei den anderen Quorn-Produkten (Geschnetzeltes, Filet, panierte Schnitzel, Hackbällchen, Burger) gingen die meisten Zutatenlisten in Richtung der des Hacks – außer bei den Burgern, da wurde noch ein wenig mehr zusammengeschmissen. Lecker. NICHT!

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3 Antworten zu “Quorn-Produkte im Test

  1. Für mich persönlich gehört es in die Kategorie „Dinge, die die Menschheit nicht braucht“ 😉 Man muss es mal probiert haben, ich in dem Fall in einem Schweizer Restaurant, wo es wohl gang und gebe ist – ansonsten NOPE! Nicht in meiner Küche! 🙂

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